Ein Projekt des Vereins "Netzwerk-Arbeitsgemeinschaft freiberuflicher Historiker und Historikerinnen"

Dr. Walter Mentzel (mehr zu meiner Person unter https://waltermentzel.wordpress.com/

Sonntag, 26. November 2017

"Unfreiwillige Multinationalität"

Ein Bericht über das Projekt von Dr. Reinhard Mundschütz und des Vereins Netzwerk - Arge freiberuflicher Historiker: "Internierungen von Zivilisten in Österreich-Ungarn im Ersten Weltkrieg" von Johannes Luxner (ORF) auf ORF.



http://orf.at/stories/2404256/2404257/

Samstag, 10. Dezember 2016


Treadaway, Arthur Wilfred (1889-1967)


Arthur Wilfred Treadaway wurde am 2. April 1889 in Melbourne/Australien geboren. Er lebte und arbeitete seit 4. Mai 1913 in Wien. Er war britischer Staatsangehöriger und bekleidete den Posten eines Abteilungschefs im Büro der Canadian Pacific Railway Company in Wien.
Am 23. November 1914 verhängte die Polizei in Wien über ihn die Internierung, da er als wehrfähiger und „feindlicher“ Staatsbürger galt. Aufgrund seiner guten finanziellen Verhältnisse wurde er in die Konfinierungsstation Karlstein/Thaya gebracht, von wo er am Beginn des Jahres 1916 in die Konfinierung nach Raabs an der Thaya versetzt wurde. Hier blieb er bis zum Ende des Krieges im November 1918 konfiniert.
Seinem Ansuchen im Juli 1918 um die dauernde Konfinierung in Wien wurde im August 1918 von der für die Internierungen zuständige Behörde in Wien, der Ministerialkommission im Kriegsministerium, abschlägig beantwortet.
„Mit behördlicher Bewilligung“ durfte er am 26. August 1917   Anna Tiller (1896-1946) die Enkelin eines „angesehenen“ Bürgers aus Oberndorf-Raabs, des „Tischlermeisters und Realitätenbesitzers“ Karl Tiller sen., heiraten.

Arthur Treadaway erhielt nach dem Krieg wieder einen guten Posten bei der Canadian Pacific Railway Company. 
Er lebte zuerst mit seiner Frau von 1919 bis 1922 in Paris.  
Danach lebte er mit seiner Frau und zwei Töchter  (Anna 1924-2011, Hilde 1925*) zuerst  in Wien und ab 1929 in Berlin. Den Sommer 1939 verbrachte Anna Treadaway mit ihren Töchtern in Raabs, wo sie von ihrem Mann einen Anruf erhielt und gebeten wurde in Raabs zu bleiben. 
Mutter und Töchter hatten die engl. Staatsbürgerschaft, sie sollten sich 2 x täglich bei der Gendarmerie melden, es reichte dann anzurufen. Die Familie wurde mehrmals wegen „zu wenig Verdunkelung, Abhören von Feindsendern“  angezeigt, es wurde aber nie etwas gefunden. 1945, nach Kriegsende kam ein Jeep mit Engländern um sich nach der Familie zu erkundigen.


Treadaway vor der Österreichischen Nationalbibliothek

Arthur Treadaway flüchtete 1939 in die Schweiz. Nach dem 2. Weltkrieg ging er zu seiner Firma nach England. Als seine Frau schwer krank wurde kam er nach Raabs. Nach ihrem Tod 1946 zog er nach Wien, wo er  1967 starb. 

Die Töchter blieben vorerst in Raabs, die ältere zog später nach Wien und ins Ausland.

Heute lebt der Enkelsohn Michael Treadaway mit seiner Familie in Oberndorf bei Raabs.

Christa Stallecker/Walter Mentzel

Auch unter: http://ersterweltkrieg-internierungen.blogspot.co.at/p/einzelbiografien-zu-internierten.html

Donnerstag, 24. November 2016





Nenad Lukic/Walter Mentzel, „Popis umrlih Srba u logoru Šopronjek/Nekenmarkt 1915-1918. Godine” (List of of the dead Serbs in the camp Sopronyek/Neckenmarkt 1915-1918), in:  „Godišnjak za istraživanje genocida” (= Muzej žrtava genocida/Yearbook for Genocide Research, Museum of Genocide Victims), Beograd, 2016.

Download unter:




Montag, 2. November 2015


Die hier publizierten Texte und Fotostrecken sind das Ergebnis mehrjähriger Forschungsarbeiten und zweier vom Verein Netzwerk – Arge freiberuflicher Historiker durchgeführter Ausstellungsprojekte zum Thema „Internierungen von Zivilpersonen aus dem In- und Ausland während des Ersten Weltkrieges“, die in den Jahren 2007 und 2008 im Bezirksmuseum Waidhofen an der Thaya und in Raabs an der Thaya gezeigt wurden.


Als virtuelle Ausstellung soll sie darüber hinaus die zu diesem Thema von Reinhard Mundschütz unternommene Vortragsreihe begleiten. Termine dazu finden sie unter dem Link Ankündigungen.

Hergestellt und für den Inhalt verantwortlich: Dr. Walter Mentzel und Dr. Reinhard Mundschütz


Impressum:

Verein Netzwerk - Arge freiberuflicher Historiker, Wien

Kontakt:

verein-netzwerk@aon.at

www.vereinnetzwerk.info

www.mentzel.at


 -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Neuer Blog-Eintrag: (8.7.2015)

Die Internierung serbischer und montenegrinischer Zivilisten in Österreich-Ungarn und in den von der k.u.k. Armee während des Ersten Weltkrieges besetzten Gebieten

Neuer Blog-Eintrag: (14.2.2015)
Unter Transnationale Biografien - http://ersterweltkrieg-internierungen.blogspot.co.at/p/einzelbiografien-zu-internierten.html - die Biografie von David Vogel


 


Vortrag:

 

Das Internierungslager Markl bei Windigsteig 1915-1918


Die besondere Situation des Internierungslagers Markl mit jüdischen Internierten, Vortrag von Dr. Reinhard Mundschütz

Anbieter: BHW Windigsteig
 
E-Mail (Veranstalter): a.haslinger@gmx.at
 
Termin: Do, 26.11.2015
Zeit: 19:00
Gemeinde: Windigsteig
Ort: Gemeindesaal von Windigsteig
Marktplatz 4, 3841 Windigsteig
 
Referent: Dr. Reinhard Mundschütz
 
 

 
 
 





Markl
Das größte Internierungslager für Zivilisten in der niederösterreichischen Bezirkshauptmannschaft Waidhofen/Thaya lag in Markl. Mit einem Fassungsraum von bis zu 1400 Personen wurde um 1915/16 in einem leer stehenden Meierhof ein Internierungslager eingerichtet.
Hier lebten internierte orthodoxe Juden, die meisten stammten aus Russisch-Polen, aus den Lagern Drosendorf und Illmau in einer Station bis zum Kriegsende. Mit Unterstützung der jüdischen Kultusgemeinden in Wien und der Stadt Waidhofen/Thaya entstand hier eine Lager, in der nicht nur Männer, sondern auch hunderte Frauen und Kinder in speziell für sie errichteten Unterkünften interniert wurden.
 
 
 
 
 
 
 

Freitag, 9. Oktober 2015


Ankündigung:



Teilnahme des Vereins „Netzwerk“ am Workshop „Habsburgs Homefront“.

Ort: Schloss Rothschild (Reichenau an der Rax/Niederösterreich)

Zeit: 27-19. Oktober 2015

 

Referent: Reinhard Mundschütz: Die Internierungslager und Konfinierungsstationen für „enemy aliens“ der Bezirkshauptmannschaft Waidhofen an der Thaya (Niederösterreich) 1914-1918.

 

Organisatoren:

Dr. Tamara Scheer (Ludwig Boltzmann Institut für Historische Sozialwissenschaft/Institut für Osteuropäische Geschichte/Universität Wien)

Univ. Doz. HR Dr. Erwin A. Schmidl (Landesverteidigungsakademie Wien)

Prof. Nancy M. Wingfield (Northern Illinois University)

Dienstag, 21. Oktober 2014



Vortrag:

Reinhard Mundschütz:


Vortragsreihe:Geschichte zwischen 1914 und 2014: Internierungslager im Waldviertel
Dienstag, 28. Oktober 2914
Zeit: 19:00-21:00
Ort: Vortragssaal Raifeisenbank Zwettl, Landstraße 23, 3910 Zwettl
Email: vhs@zwettl.gv.at
Web: www.vhszwettl.at